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Onkel Ho

'alloooooh!
So begrüßte uns am letzten Landgang vor der Weiterfahrt an unseren Zielhafen Laem Chabang bei Bangkok unser mehr oder weniger deutschsprachiger Guide Tanh in Vietnam. Sie studiert Tourismus mit Schwerpunkt Deutsch und Englisch in Saigon, das seit der Machtübername der Kommunisten offiziell nach dem Vater der Republik Ho Chi Minh, welcher von den Einheimischen liebevoll "Onkel Ho" genannt wird, benannt ist. Zwar ist Vietnam zweifelsohne ein schönes Land, voller freundlicher und hilfsbereiter Menschen, doch das Highlight des Tages war vielmehr Tanh, die mit der Kombination aus akzeptabler Grammatik und einem erstaunlichen Wortschatz mit jedoch so schadhafter Aussprache, die teilweise zu totalen Sinnverdrehungen führten zumindest im studentischen Kreis für viel Unterhaltung sorgte. An dieser Stelle mag erwähnt sein, dass wir es alle sehr bereuen keine Ton- oder Videoaufnahmen gemacht zu haben, ich will allerdings versuchen wenn immer es möglich ist ein Tanh-Zitat zum besten zu geben.
Bevor ich jetzt anfange von der Tour zu berichten möchte ich noch eines erwähnen: Sollte jemand von Euch jemals auf die Idee kommen nach Vietnam zu fahren, was ich voll und ganz nachvollziehen könnte - ich wäre sofort dabei, lasst die Finger von jeder Art Verkehrsmittel, welches Ihr potentiell selber steuern müsstet! Das wäre in etwa so lebensmüde, als würde man in Pattaya ohne... ach lassen wir das. Es wäre eben tödlich! Wir waren an einem hohen Feiertag in Saigon unterwegs, der dafür bekannt ist dass die Straßen nichteinmal zu hälfte ausgelastet sind, und trotzdem habe ich mir an jedem (übrigens 7-Spurigen) Kreisverkehr in die Hosen gemacht, weil allein die Einfahrt in selbigen jedesmal um Haaresbreite das Leben eines guten Dutzend Mopedfahrer gekostet hätte. Also: Finger weg!
Unser erster Halt nach 2 Stunden Fahrt vom ca. 60 km entfernten Hafen (!) war dann eine bekannte Markthalle, deren Namen mir dummerweise entfallen ist. Tanh hat es glaube ich so übersetzt: "Eine Markt auf eine Festung an eine Wasser". Ökonomisch betrachtet war der Unterschied nur unwesentlich zu den bekannten Marktständen auf den Thai-Straßen, jedoch waren die vietnamesischen Händler und Händlerinnen ein wenig aufdringlicher. Teilweise musste man sich von vier kleinen Frauen losreissen, die ununterbrochen quasselnd alle versuchten einen am Arm in den Stand zu schleifen. Ich habe tatsächlich auch eine Kleinigkeit gekauft, und nach dem Erwerb einiger Flaschen Wassers für die Allgemeinheit setzten wir unsere Tour fort zum (Achtung, Zitat!) "Gesichter-Museum" Vietnams, in dem auch ein traditionelles, und übrigens nur in Vietnam zu findendes Wasserpuppentheater zum besten gegeben werden sollte. Zu erklären was ein Wasserpuppentheater ist spare ich mir an dieser Stelle, weil ich weiss, dass Ihr es ohnehin jetzt googelt oder bei YouTube eingebt
Ein Tanh-Zitat möchte ich dabei noch mit auf den Weg geben: "Diese swei wichtigste Sache bei Wasserpuppentheater ist einmal Wasser, und sweitens Puppen."
Das Gesichts, verzeihung, Geschichtsmuseum empfand ich persönlich als weniger spannend, denn neben fehlenden Erklärungen zu den Exponaten fehlten die Exponate. Zumindest die spannenden, denn zwischen Vasen, antiken Essstäbchen oder hundert Jahre alten Schuhen kam in den 15 Minuten Zeit die wir hatten bei mir persönlich kein Interesse auf.
Next Stop: "Lachfirma". Das hört sich jetzt erstmal lustiger an als es ist, denn eigentlich handelt es sich hierbei um eine Lackwarenfabrik, was durch Tanhs aussprache doch vorerst nicht klar wurde. Lackmalerei ist eine traditionell vietnamesische Kunst, bei der mit aus speziellen Bäumen gewonnenem Lack, der mit natürlichen Farbstoffen gefärbt wird, auf Holzplatten atemberaubende Kunstwerke vollbracht werden. Das Besondere: die Bilder entstehen in mehreren Lackschichten, die zwischen den Arbeitsschritten immer wieder geschliffen und poliert werden. Daraus resultiert im Endeffekt nicht nur eine glasartige Oberfläche, sondern auch eine unglaubliche Tiefe im Bild. Trotz der fortschreitenden Inflation in Vietnam bot der anschließende Verkaufsraum (wie immer: Exit through the gift-shop) kaum Kunst für den studentischen Geldbeutel. Der Preis der Kunstwerke reichte von umgerechnet 20 US-Dollar für ein handtellergroßes Bild, bishin zu mehreren Zehntausend Dollar für ganze Möbelstücke, die mit der entsprechenden Technik verziert wurden.
Im Anschluss hielten wir nach einem Stück fahrt vorbei an "Östereisfeldern", auf der Tanh uns erklärte, dass es an ihrer Uni "sechsunswansig Pfannkutäten" in "vier Spacken" gebe, an der Pagode des Jadekaisers. Das hört sich jetzt auch erstmal spektakulärer an als es ist - zumindest aus touristischer Sicht. Es handelt sich dabei um eine Kultstätte des Ahnenkultes, in der man Einheimische zu den verstorbenen Vorfahren oder anderen großen Persönlichkeiten betend beobachten konnte. Eine sehr interessante Erfahrung!
Ich glaube um das ganze jetzt etwas abzukürzen erwähne ich nur kurz noch die Fotostops an der Notre Dame Kirche und dem alten Postamt aus der Kolonialzeit (Das übrigens noch in Betrieb ist). Die Kirche wurde vor dem Indochinakrieg durch die französische Besatzungsmacht errichtet. Dafür wurden alle Baumaterialien eigens aus Frankreich eingeschifft. Achso, das Zitat: "Alle Baumateial kommt aus Fankleich. Das iss in Eulopa."
Auf der Heimfahrt waren alle dann ziemlich abgeschlagen, was auch Tanh nicht entging: "Seien Sie müde? - Dann Sie sollten jets schlafen". Dieser Vorschlag fand auch allgemein Anklang. Zumindest bis das nächste "'allooooooh!" über die Lautsprecheranlage erschallte, um das Publikum auf die anstehenden Informationen vorzubereiten.

3 Kommentare NIK am 2.3.13 12:09, kommentieren

Des Sultans Selbstdarstellung

Zwei Seetage später, der erste wieder sehr arbeitsreich mit Vollzeit-Seminar, der zweite mit Sonnenbrand.
Am Abend fragte mich ein Gast ob ich in Singapur zugestiegen war, als ich dies verneinte schaute sie ganz verdutzt und sah ein, dass wir hier wirklich nicht zum Urlaub machen sind wenn man den ersten Sonnenbrand erst kurz vor Ende der Reise vorweisen konnte
Brunei, regiert von seiner Majestät dem Sultan mit seinen tausend Namen. Auf dem Weg zu unserem ersten Stopp haben wir ein paar Facts über den Staat erfahren können. Um nur die Interessantesten zu nennen: keine Steuern, 400.000 Einwohner und 1,2 Mio Autos, keine Kosten für Krankenhäuser und Ärzte, der Liter Diesel für 0.19 US Dollar. Die Liste ging dann noch ein ganzes Stück weiter, das alles macht den Sultan dort natürlich sehr beliebt. Allerdings nur bei den Leuten mit dem richtigen Pass. So gibt es drei verschiedene Farben. Gelb: Muslim, in Brunai geboren und alle Rechte. Rot: ausländischer, meist chinesischer Abstammung und deshalb nicht vollkommen in das Sozialwesen eingebunden. Grün: am Arsch.
Unser Guide an diesem Tag hatte das Glück einen gelben Pass zu besitzen und hat natürlich nur positiv über seinen Monarchen gesprochen, das einzig negative, was auch nur für uns Touris erwähnt wurde war: *SING* es gibt kein Bier auf Brunei *SING* Alkohohl und Discos sind ein absolutes no-go in dem muslimischen Staat. Also dann, unser erster Stop: die für lachhafte 1,2 Millarden US-Dollar errichtete Moschee. In Brunei ist es nämlich Gang und Gebe, dass jeder König eine bauen lässt. So hatte diese 29 echtgoldene Türme, die für seine Herrschaft als 29. Sultan stehen. Leider durften wir hier nur von Außen einen Blick drauf werfen, da drinnen die Vorbereitungen für den Gebetsfreitag getroffen wurden.
Der nächste Stop war das National Museum. Der Name an sich passte weniger, denn das einzige Austellungsobjekt war der Sultan selbst. Also mehr eine Biographie als ein Museum... damit will ich euch auch garnicht weiter nerven, reicht wenn wir die Propaganda abbekommen haben... Als letzten Stop ging es zu einem Wasserdorf. Angeblich das größte der Welt. Hier gab es eine kleine Bootstour und später ein paar tradionelle Süßspeisen und etwas Tee. Sehr lecker, vor allem der Tee!
Ab gings zurück und weg aus einer vom Sultan behrerrschten Monarchie, die ihren Reichtum einzig und allein aus dem Öl- und Gasfeldern vor der Insel Borneos bezieht.

TIM am 28.2.13 08:36, kommentieren

Spuckende Löwen

Das Anlegen selbst war schon ein beinduckendes Manöver. Singapur, der Löwe Malaysias, allerdings nur kurz zu Malaysia gehörend. Wohl eine der beeindruckendsten Städte die ich bisher besuchen durfte. Landgewinnung ist hier das einzige Mittel um die Stadt wachsen zu lassen. Die ganze Stadt ist eigentlich ein Vergnügungspark für Reiche und Mächtige. Nachdem wir uns für den Tag gut gekräftigt hatten ging es also auf Erkundungstour. Diese begann damit, eine Seilbahn über unser Kreuzfahrschiff hinweg auf die Insel Santosa zu machen. So hatten wir die gelegenheit, die AIDA aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Auf der Insel angekommen hat sich der Eindruck des Vergnügungsparks nocheinmal bestätigt. Denn dieses Eiland ist ein einziger Vergnügungspark im Vergnügungspark. Frei und kostenlos zugänglich muss man aber für jede Attraktion bezahlen. Diese reichen von Achterbahnfahren über Wasserparks bis hin zu dem Besuch des Wasserspeienden Merlion, einer Art Meerjunglöwe, dem Wahrzeichen Singapurs. Der Stadtstaat hat sehr strenge Gesetze was das Rauchen angeht und überhaupt ist Sauberkeit ein wichtiges Thema, allerdings bildet Santosa auch dabei eine Ausnahme. Denn hier muss man sich nicht in eine Ecke zurückverziehen und verstecken, will man eine Zigarette rauchen, sonder darf das überall tun.
Weiter ging es per Monorail von dem Park zurück zum Hafenzentrum. Dann weiter via U-Bahn und als wir mitten in der Stadt an der Haltestelle Dhoby Ghout ausgestiegen sind war der erste Eindruck: große Häuser und verdammt viel grün! Zu Fuß machten wir uns dann auf den Weg zur Marina Bay, an der ein neues Hotel gebaut wurde was wirklich einen Google-Besuch lohnt! Auf dem Dach des dreiteiligen Hotels schwimmt ein weiteres schiffförmiges Bauwerk auf welchem es einen Pool gibt, von dem aus man die ganze Stadt überblicken kann und das Gefühl bekommt man könne direkt in die Stadt schwimmen.
Auf halber Strecke quatschte uns ein Einheimischer an und riet uns einen Hop on-Hop off Bus zu nehmen. Da unser Programm für den Tag vorsah, gewaltige Wege zurückzulegen haben wir sein Angebot uns zu dem Ticketschalter und zur Haltestelle zu begleiten auch dankend angenommen. Diese Erfahrung ist wohl auch typisch für Singapur, denn die Leute sind sehr freundlich und unglaublich Hilfsbereit.
Per Bus ging es dann an sämtlichen Sehenswürdigkeiten im Eilverfahren vorbei. Leider war dadurch nur Zeit für ein paar Fotos vom fahrenden Bus, aber wenigstens hatte man so gut wie alles gesehen. Am Botanischen Garten oder Orchid Garden, wie ihn die Einheimischen nennen sind wir ausgestiegen und haben uns von einer perfekt gestylten Gartenanlage begeistern lassen. Da war wirklich für jeden Geschmack was dabei. Selbst ein "Steineklopfer" hätte sich im "Evolution Garden" wohlgefühlt.
Auf der Rückfahrt zum Schiff, die wieder über Santosa und die Seilbahn ging sind wir noch an den lebensmüden AIDA-Radfahrern vorbeigefahren, die im Stadtverkehr eine Fahrradtour gemacht hatten, nach unserer Information sind wohl alle wieder an Bord gekommen. A propos Stadtverkehr: für alle die vorhaben in Singapur ein Auto zu kaufen sollte erwähnt sein, das diese im Schnitt das drei bis vierfache wie in Deutschland kosten. Und damit noch nicht genug. Ein Auto zu besitzten heißt noch nicht es auch fahren zu können, denn dafür braucht man noch eine Lizenz, die an das Auto gebunden ist und 10 Jahre gültig ist. Kostenpunkt: 10000 Singapur Dollar - vorausgesetzt man schafft es sie zu ersteigern. Kein Wunder dass man da nur fette Karren gesehen hat!
Singapur war übrigens auch der einzige Hafen, abgesehen von Pattaya (bäh) in dem wir die Gelegenheit bekamen uns die Stadt bei Dunkelheit anzusehen. Das haben wir natürlich auch genutzt und sind in die Clarke Queys gefahren. Es gab mal eine Zeit, da lagen ebendiese noch direkt am Wasser, heute sind sie ca. 2 km von der Küste entfernt. Hier haben wir uns auf einen Cocktail für sehr viel Geld getroffen (man ist das halt in Asien nicht so gewöhnt 15 Dollar für einen Drink zu bezahlen).
Nicht nur das Anlegen war faszinierend, das Ablegen hat das sogar noch getoppt, denn unser Captain drehte das Schiff noch in der Hafenanlage mit geschätzten 5 Meter platzt an Bug und Heck. Und das bei Nacht vor der Kulisse der in Lichter getauchten singapurianischen Skyline.

TIM am 25.2.13 08:33, kommentieren

Same Same Towers

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, das "Same Same - Phänomen" zu erklären.
Wer schon einmal in Asien war, wird zumindest wissen, was gemeint ist. Fragt man einen thailändischen Straßenhändler, ob das von ihm auf der verranzten Stoffdecke am Straßenrand ausgebreitete Billabong-T-Shirt denn auch ein Original sei, erhält man als Antwort meist: "Same, same...", was frei übersetzt "so ähnlich" heißt. Also: nein. Gut, das war jetzt eher wenig überraschend, aber es macht immer wieder Spaß zu fragen, da man ja weiß, welche Antwort man bekommt. Ein "nein" wird man von einem Asiaten übrigens der Höflichkeit halber nur selten hören. Wie dem auch sei, schnell hatte sich die Floskel "same, same" in der Gruppe um unsere Kabine als intersubjektiven Ausdruck etabliert. Same, same - so ähnlich, es gibt viele Situationen in denen diese Worte geschickt platziert schnell schallendes Gelächter auslösen. Taucht beispielsweise die Frage "links oder rechts 'rum?" auf, ist "same, same" die einzig richtige und sinnvolle Antwort. Denn meist ist es einfach egal wie rum man geht. Same, same eben...

Kuala Lumpur, Malaysia. Wie immer drückend heiß und auf der Suche nach der nächsten Klimaanlage. Gleich morgens ging es mit dem Bus ersteinmal vom Hafen aus zu den Höhlen von Batu, einer der größten Karsthöhlen der Welt, die von den ansässigen Hindus als Kultstätte genutzt wird. Manch einer mag bereits im Fernsehen gesehen haben, wie dort einmal im Jahr in Trance versetzte Gläubige alle möglichen Körperteile mit Speeren, Haken und Spießen durchstechen, und dann vollkommen apathisch die insgesamt 272 Stufen zu den Tempeln hinaufsteigen. Nicht zu verachten ist übrigens auch die gefühlte hundert Meter hohe goldene Statue jener Gottheit, die der Sage nach damals den Steintempel geöffnet hat. Achso und wilde Affen gibt es auch; füttern sollte man die allerdings nicht, denn sonst wird man die nicht mehr los
Nach den beeindruckenden Impressionen aus der hinduistischen Glaubenswelt und dem lebensweltlichen Phänomen der riesigen Tropfsteinhöhle schaukelte uns der mit allerlei Samt behängte und ausgekleidete Bus dann in die City von Kuala Lumpur. Eine sehr schöne Stadt übrigens: sauber, gepflegt, nett anzusehen - wahrscheinlich auch aufgrund der erst 1957 gewonnenen Unanbhängigkeit von den Briten (die waren irgendwie auch überall...). Direkt vor den Petronas Zwillingstürmen (Same, same eben. In diesem Fall: einer wie der andere) wurden wir wieder in die drückende Hitze entlassen um sogleich wieder in ein auf Gefrierschranktemperaturen heruntergekühltes KLCC, das sich zwischen den Türmen befundliche Shoppingcenter, entlassen zu werden. Ich weiss nicht ob ich es schonmal erwähnt habe, aber in den meisten eher warmen Ländern symbolisiert eine gute Klimaanlage Reichtum und Wohlstand, und wenn in Malaysia einer Geld hat, dann der Ölgigant Petronas. Nach einiger Freizeit im Shoppingcenter, das sich von einem Europäischen ebendiesem nur unswesentlich unterscheidet, begann die Fahrt zur Skybrigde im 41. und anschließend der Aussichtsplattform im 86. Stock auf über 370 Metern höhe, von der aus man über die ganze Stadt blicken und sich einen guten Eindruck über die Stadtgeographie KL's machen konnte (um dem fachlichlichen Teil unserer Reise gerecht zu werden :P). Der Abend endete natürlich wie immer schlemmend in einem der drei Bordrestaurants - um Euch mal ein bisschen neidisch zu machen - und mit dem Ablegen aus KL, wie die Einheimischen ihre Hauptstadt nennen.

1 Kommentar NIK am 24.2.13 07:23, kommentieren

Von Walen, Clownfischen und Schidkröten

Wichtigster Auftrag des ersten Landganges nach zwei langwierigen und arbeitbeladenen Seetagen voller Meetings, Shows, Vorträgen und anderen To-Do's war, eine Unterwassergeste für "Same, Same" zu finden, denn heute ging es für Kevin, Tim und mich in die bunten Welten des 28 °C warmen Wassers im Indischen Ozean. An dieser
Stelle möchte ich bemerken, dass der Name des Blogs "SameSame" eine durchaus bedeutsame Rolle im Kontext des asiatischen Massentourismus spielt, möchte darauf aber ersteinmal nicht näher eingehen. Ätsch!
Es hieß also dementsprechend früh aufstehen und Badesachen sowie Schnorchelausrüstung packen, denn in Penang hatten wir unseren Schnorchelausflug in den Marineschutzpark gebucht. Nach Frühstück und Sammeln mit den anderen Gästen hatten die malayischen Behörden es dann gegen 11 Uhr auch geschafft, die AIDAdiva im Hafen von Penang freizugeben, sodass alle von Bord konnten. Zumindest kurz, denn nach 100 Metern Fußweg durch das Hafengebäude, stiegen alle Schnorchler und Taucher um auf eine Schnellfähre. Das Ding hatte schon feuer, 26 Knoten ist nicht ohne auf dem Wasser. Unten hatte es eher Flugzeugatmosphäre, doch an Deck wurde man bei peitschender Gischt und durch 2 Meter Wellen bei knapp 50 km/h doch anständig wachgemacht. Wir kamen also schon nass an
Im Marineschutzpark der Insel Palau Payar hatten wir dann nach 2 Stunden Überfahrt noch 3 Stunden zeit zum Schnorcheln. Jedem der Anwesenden erschloss sich an Traumstränden mit fein-weissem Sand und türkisem Wasser unterhalb jenen kühlen Nasses eine ungeahnt schöne und spannende Welt. Ok- es ist kein Great-Barrier-Reef, aber das muss es nicht! Man fühlt sich, als beobachtete man ein Exotenaquarium, aber von Innen! Zu den Highlights zählten in allen Farben fluoreszierende Annemonen und
Korallen, Papageienfische in noch nie gesehen Farben und so groß, dass sie ein handelsübliches Waschbecken ausfüllen, Fische, die sich totstellen um sich von anderen Arten putzen zu lassen, Seeigel im Melonen-Format, Doktorfische und schillernde Schwärme kleinerer Arten, die sich an der Anwesendheit des Menschen kaum zu stören scheinen. DAS Highlight waren aber die Haie, die sich ab und an mal Blicken ließen. Der größte den ich gesehen habe war etwas über einen Meter lang und anscheinend ein junger schwarzspitzen Riffhai. Die werden später mal nichtmehr so brav Auf der Rückfahrt erklärte mir einer der Bootsmänner, dass ich Glück gehabt hätte und so große Haie selten gesehen werden würden. Nach einem eher mageren Lunch aus Sandwich, einer Hähnchenbrust und einem Esslöffel Gurken-Apfel-Salat ging es dann wieder 2 Stunden gen Penang. Die Rückfahrt fiel dann nochmal um einiges heftiger aus als die Hinfahrt. Bei gleicher Geschwindigkeit und Wellengang kamen diesmal Neigungen (Tim sagt das heisst in der Fachsprache Krängung - ok) von bis zu 60° dazu, sodass einige von uns viel Spaß, andere viele volle Tüten hatten. An Bord war duschen angesagt, und nach dem obligatorischen Meeting noch ein ausgedehntes Abendessen.

NIK am 23.2.13 14:40, kommentieren

Was ein Affenzirkus

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es per Tender auf die Insel Koh Samui. Tender sind kleine Beiboote die benutzt werden, wenn das Schiff wegen seiner größe nicht in den Hafen einlaufen kann. Diese Beiboote berühren die Insel dann nur ganz zärtlich, was bereits Elvis Presley mit seinem Lied "Love me Tender" besang.
Die Insel selbst ist wunderschön. Zuerst ging es mit einem Allrad-TukTuk zu einem Wasserfall, der leider auf Grund der vorherrschenden Trockenzeit ziemlich klein ausgefallen war, trotzdem immer noch sehr sehr schön und vor allem Naturbelassen. Anschließend gab es Mittagessen am Strand, komisch, wir kommen doch erst grade vom Frühstück... Das Essen sollte eine traditionelle Thaiküche darstellen, kam mir aber eher vor wie das, was ein westlicher Tourist sich unter Thaiküche vorstellt.
Nach dem Happenschnappen ging es wieder per TukTuk zu einer Affenschule. Dort wurden Affen dafür dressiert, Kokusnüsse zu pflücken. Dies wurde uns auch vorgeführt. Das Highlight hier: ein kleiner Babyaffe, der sich streicheln und ablichten lies. Was den ganzen Spass ein wenig trübte war die Art der Haltung der Affen. Uns wurde jedoch von Seiten der AIDA versichert, dass alle Affen nur zwei Jahre in der Schule bleiben und danach für zehn Jahre in eine Familie kommen, wo sie Ihrer Arbeit nachgehen und dann irgendwann in Rente gehen.
Der letzte und schlimmste Stop unserer Rundreise um die Insel war dann bei einer Kautschuk Plantage. Dort wurde ein kleiner Baby-Elefant an einer ein Meter langen Kette, in der prallen Sonne gehalten und musste für dumme Touristen Tänzchen vorführen, wenn die ihm einen Korb Bananen kauften. Hier hielten sich alle von uns schwer zurück um ein klares Signal Richtung AIDA zu geben, was man von dem Rest der Mannschaft leider nicht behaupten konnte...
Zurück an Bord ging es nach dem Abendessen in die Bar und was da so los war kann man sich ja eigentlich denken

TIM am 20.2.13 14:38, kommentieren

Hast du Mücken auf dem Rücken...

Pattaya Tag zwei. Wir sind früh aufgebrochen um uns Pattaya bei Tag anzuschaun. So etwas widerliches habe ich noch nie gesehen... Alte Säcke, die ihre fette Plautze zur schau stellen, pöbeln und spucken und natürlich eine kleine Asiatin im schlepptau haben. Prostitution ist in Pattaya nunmal so ziemlich das Hauptgeschäft.
Die beste Möglichkeit seine Zeit in dieser abartigen Stadt zu verbringen, ist es, mit dem Boot auf eine der nahegelegenen Inseln überzuzsetzen. Also die Flucht!
Wir hatten uns an diesem Tag mit europäischen Auswanderern beschäftigt, die Hauptsächlich in der Gastro zu finden sind. Aber wirklich überprüfen konnten wir das nicht, da alle einschlägigen Etablissements geschlossen hatten und wir somit nicht rausfinden konnten, wieviele der Clubs und Puffs von Deutschen betrieben wurden.
Am Nachmittag hatten wir es nicht mehr ausgehalten und sind wieder auf die AIDA geflüchtet, um uns hier in aller Ruhe den Bauch vollzuschalgen.

TIM am 19.2.13 14:36, kommentieren